Ausbildung trotz Abitur - Warum kein Studium?

Für mich war ein Studium nur eine Überlegung. Meeresbiologie oder Lehramt. In meinen Recherchen über meinen Weg nach dem Abitur, war ich mir sehr unschlüssig. Ich war mir nur in einem sicher: eine Ausbildung passt besser zu mir als ein Studium. Ich brauche die Verbindung von Theorie und Praxis.

 

Es kamen oft Personen von der Agentur für Arbeit in die Schule. Diese wollten uns nahelegen, welcher Beruf zu einem passt. In meinem Fall war das Augenoptik, da mir der Kundenbezug und ein Handwerk wichtig waren. Bestärkt von meiner Mutter, habe ich mich dazu entschlossen, mich zu bewerben und wurde angenommen.

 

Die ersten zwei Wochen hat das auch gut geklappt.

Danach habe ich mich gelangweilt und unwohl gefühlt.

Ich habe mich mit meinem alten Lehrer in Verbindung gesetzt und wir haben nach einem geeigneten Studium für mich gesucht. Die Studienfächer kamen mir alle zu ungenau vor.

Mir hat schlichtweg der Bezug zur Praxis gefehlt.

 

Während meiner Ausbildung als Augenoptikerin, habe ich in der Berufsschule einen Extra-Kurs besucht. Er nennt sich „Betriebsassistent“.

Durch eine Abschlussprüfung in diesem Kurs, hätte ich mir einen von vier Teilen der Gesellenprüfung gespart. Während dieses Kurses hatte ich eine meiner Bestleistungen in der Berufsschule. Es hat mir schlichtweg Spaß gemacht, mich mit Buchungen und Firmeninhalten zu beschäftigen.

 

In den anderen Fächern der Berufsschule hatte ich meine Schwierigkeiten Anschluss an den Lernstoff zu knüpfen. Gefesselt von der Idee „mehr“ zu sein, als ein unglücklicher Azubi, habe ich meine Ausbildung nach einem Jahr vorzeitig beendet. Meine Freunde waren wenig überrascht. Meine Eltern hatten es schwer, sich daran zu gewöhnen, dass ich meine Ausbildung abbreche. Meine Großeltern sind schlichtweg aus allen Wolken gefallen. Nachdem ich ihnen aber ausführlich erzählt habe wieso, konnten sie es auch nachvollziehen.

 

Ich habe mir einen Bundesfreiwilligen-Platz gesucht und gefunden. In dieser Zeit konnte ich ausführlich nach einer für mich geeigneten Ausbildung suchen. Diese fand ich schnell im Verband der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen e.V. Ich habe mich Mitte November 2016 beworben und habe den Ausbildungsvertrag Mitte Dezember 2016 unterschrieben.

 

Dieses Mal hat sich alles richtig angefühlt. Ich war begeistert von dem Titel der Ausbildung „Kauffrau für Büromanagement mit der Zusatzqualifikation Assistenz und Sekretariat, Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsmanagement.“

 

Nun arbeite ich seit dem 01.08.2017 knapp sechs Wochen hier und fühle mich richtig wohl. Ich bin sehr froh, dass ich diesen Weg gegangen bin. Ich fühle mich als vollwertiges Mitglied des Verbandes. Ich werde in viele Prozesse eingearbeitet und darf an wichtigen Veranstaltungen teilnehmen. Hier bin ich nicht der „Stift“. Ich bin Frau Behrens – und das gefällt mir richtig gut.  

 

Meine Tipps für Unschlüssige:

  • Gut überlegen, ob man der „Denker“ oder ein „Macher“ ist. 
  • Sich frühzeitig über passende Ausbildungsberufe/Studiengänge informieren.
  • Praktika machen.
  • Nutzung eines Ausbildungsportals wie z.B. die „i-zubi“-App.
  • Seinem Bauchgefühl vertrauen.
  • Allem eine Chance geben. 
  • Wenn es doch nicht passt, sich ein Herz fassen und versuchen zu wechseln. 
Das Social Media Konzept eröffnet Firmen neue Zugänge zu den unterschiedlichen Lebenswelten der Jugendlichen und kommuniziert mit ihnen über Snapchat, Instagram und Facebook. Im Focus stehen dabei Berufsorientierungsangebote, aber auch digitale Formate wie die App i-zubi und die seit September von unseren Verbänden angebotene i-zubi-Messe, das südhessische Beispiel einer virtuellen Ausbildungsmesse.