Eine wirklich detaillierte Antwort: Was man in der Ausbildung zum Industriemechaniker macht

Was macht man eigentlich in der Ausbildung zum/zur Industriemechaniker/-in? Diese Frage habe ich mir während meiner Suche nach einem Ausbildungsplatz des Öfteren gestellt. Eine wirklich detaillierte Antwort fand ich allerdings nicht, lediglich allgemein gehaltene Beschreibungen des späteren Berufsbildes, deshalb möchte ich hier meine Erfahrungen mit euch teilen. 


Am Anfang der 3 ½-jährigen Ausbildung setzt man sich in der Regel erstmal mit den Grundlagen der konventionellen Metallbearbeitung auseinander, also Fertigungsverfahren wie Fräsen, Drehen, Bohren, Sägen aber auch Feilen und Biegen. In meinem Ausbildungsbetrieb, Dentsply Sirona in Bensheim, erfolgte dies im Rahmen eines viermonatigen “Grundlehrgangs Metall” in der betriebseigenen Ausbildungswerkstatt. Während des Lehrgangs haben wir verschiedene, aufeinander aufbauende Werkstücke geplant, gefertigt und anschließend selbst kontrolliert. Die Berufsschulkollegen aus kleineren Betrieben ohne eigene Ausbildungswerkstatt haben sich dafür in der Ausbildungswerkstatt der IHK, der Industrie- und Handelskammer, zusammengefunden. 

Durch diesen Grundlehrgang bekommt man ein Gefühl dafür, wie sich das Metall und die Werkzeuge bei der Bearbeitung verhalten. Außerdem bekommt man in der Berufsschule – welche bei mir im Teilzeitunterricht, also an 1-2 Tagen pro Woche stattfindet – parallel zur Praxis die Theorie vermittelt. 

Darauf folgten die Lehrgänge technische Kommunikation und CAD, hier haben wir gelernt wie man sich fachlich richtig ausdrückt und wie man technische Zeichnungen sowie 3D – Modelle am PC erstellt. Mit diesem frisch erworbenen Wissen ging es bei mir im Betrieb direkt mit zwei CNC Lehrgängen weiter, also der Metallbearbeitung mit computergesteuerten Maschinen. In diesen Lehrgängen (CNC-Fräsen und CNC-Drehen) haben wir zusammen mit den Ausbildern die Programme für die einzelnen Werkstücke erstellt, in die Maschinen geladen, diese mit den passenden Werkzeugen gerüstet und anschließend die Werkstücke abgespant, kontrolliert und wenn nötig nachgebessert. Danach folgten ein kurzer Elektrotechnik–Crashkurs sowie ein Pneumatiklehrgang. 

Das erste Lehrjahr verging schnell, mit Beginn der Sommerferien in der Berufsschule wurden wir dann zum ersten Mal in den verschiedenen Fachabteilungen unseres Betriebs eingesetzt. Zum einen gibt es bei uns im Betrieb Produktionsabteilungen, in denen man meist CNC-Bearbeitungszentren bedient, hier misst man in der Regel die Maße der fertigen Werkstücke und korrigiert gegebenenfalls die Maschinenwerte, sodass die Maße der Teile stimmen. Dann gibt es noch die Abteilung “Werkerhaltung”, hier beschäftigt man sich größtenteils mit der Wartung und Reparatur der Produktionsmaschinen. Ich habe dort z.B. Filter ausgetauscht, eine defekte Maschinentür repariert oder ein Lüftungsgitter eingebaut. Die letzte Abteilung, die mir in meiner Auflistung noch fehlt, ist der sogenannte “Werkzeugbau”; Dort werden alle möglichen Spezialteile oder Kleinserien hergestellt, wodurch man jeden Tag etwas anderes interessantes zu tun hat. 

Im Moment stehe ich kurz vor dem dritten Lehrjahr und habe auch meine Zwischenprüfung, welche zu 40% in die Gesamtnote mit einfließt, schon hinter mir. Diese mussten wir nach 1,5 Jahren ablegen. Es folgen jetzt noch ein paar Wochen Abteilungseinsatz, Lehrgänge zum Schleifen, zu Speicherprogrammierbaren Steuerungen und zu Getriebetechnik. Danach beginnen die Vorbereitungen zur Abschlussprüfung Teil 2, welche 60% der Gesamtnote ausmacht und auch schon das Ende der Ausbildung markiert. 

Ich hoffe euch mit diesem Einblick vielleicht ein wenig bei der Entscheidung, ob die Ausbildung zum/zur Industriemechaniker/-in die Richtige für euch ist, helfen zu können und wünsche euch viel Erfolg beim Bewerben. 

Euer Jonathan :)

Das Social Media Konzept eröffnet Firmen neue Zugänge zu den unterschiedlichen Lebenswelten der Jugendlichen und kommuniziert mit ihnen über Snapchat, Instagram und Facebook. Im Focus stehen dabei Berufsorientierungsangebote, aber auch digitale Formate wie die App i-zubi und die seit September von unseren Verbänden angebotene i-zubi-Messe, das südhessische Beispiel einer virtuellen Ausbildungsmesse.